Archiv der Kategorie 'Odysseus'

befreite Tiere

www.befreite-tiere.de vermeldet stolz:

02. Juli 2005
In mehreren Aktionen wurden über die letzten Monate 74 Hennen aus Legebatterien befreit.

Auf die Fehler der „Tierbefreier“ einzugehen wäre nun zwar sinnvoll, doch fehlt mir zur Zeit dazu schlicht die Lust. Es sei nur kurz angemerkt, dass man sich doch einfach einmal vorstellen sollte, das da stünde:

www.befreite-menschen.de verkündet stolz:

Wieder 2 Menschen aus Fabrik in Norddeutschland befreit und damit kapitalistischer Ausbeutung entzogen.

Nicht vorzustellen? Unsinn?
Sicherlich. Aber es taugt sich mal den Zynismus dieser Tierfreunde vor Augen zuführen.

Libertas

In Ermangelung aktueller Anlässe, Recycling aus meinem alten Blog:

„So come on, every guy, grab a girl, everywhere, around the world“ – Mick Jagger, David Bowie, 1985

Man nennt sich nun „Freund der offenen Gesellschaft“, will jetzt „liberal“ sein. Natürlich ist es dazu notwendig mit der eigenen Vergangenheit aufzuräumen. Das erste was solchen Integrationsbestrebungen in die rassistische, antisemitische und reaktionäre deutsche Normalgesellschaft zum Opfer fallen muss, ist natürlich die Utopie. Die Forderung nach der Abschaffung des falschen Ganzen war ihnen ja auch immer schon eine ungeheure, beängstigende Vorstellung.

So ist es wohl auch die Angst vor der eigenen „Courage“, die die Rechtsabweichler aus dem Berliner Milieu nun in die arme der „offenen Gesellschaft“ treibt. Sie können nicht verstehen, warum Angesichts der wunderbaren Verhältnisse, wie sie uns alltäglich begegnen, „nicht (…) vor Glück auf der Straße tanzen“. Schließlich gibt es für sie an einer Gesellschaft nichts zu kritisieren, deren Ziel „Vernunft, Moral und Schönheit“ sind. So freut Mann sich auch, wenn Frau sich stundenlang vor dem Spiegel schminkt um ihren Marktwert zu steigern. Der liberale Mann küsst sie aber auch ungeschminkt, und, wie weiter klargestellt wird: ungefragt.
Man muss liberal sein, denn der Liberalismus kenne nur zwei Wahrheiten über den Menschen: „Sie sind alle verschieden. Und sie alle sind fehlerhaft.“ – natürlich an den Maßstäben der kapitalistischen Gesellschaft gemessen. Aus diesem Menschenbild, das keines sein will, leitet sich dann auch die Absage an alle Utopie ab. Dümmlicher wird Herrschaftsaffirmation wohl nur bei Sabine Christiansen betrieben. Und genau da sehe ich die Herren Jagger und Bowie („Dancing in the Streets“) auch in 2 Jahren sitzen. Für die liberale Gesellschaft – anything goes.